Wer glaubt die Entwicklung von München und besonders die Entwicklung auf dem Immobilien-Markt sei ein Phänomen der letzten Jahre der sei an dieser Stelle eines Besseren belehrt. Jüngste Ausgrabungen an der Kapellenstraße ließen die Stadtarchäologen stauen, denn es wurden in den Hinterhöfen Brennöfen für Eisen, Buntmetall und Glas gefunden. Diese Produktionsstätten waren in diesem Teil der Stadt gar nicht erlaubt. Noch erstaunlicher war dann, dass sich der Hausherr von Austern, Singvögeln und Seefischen ernährte und Dank seiner Tätigkeit im sogenannten finsteren Mittelalter ein fürstliches Auskommen hatte. „A bißerl was geht immer“ hat schon früh den Handel ins Laufen gebracht. Und München war Hauptumschlagplatzes eines Gutes das früher mit Gold aufgewogen und in ferne Länder verkauft wurde: Salz. Straßennamen wir Ligsalz, Kazmair, Gollier oder Ridlerstraße zeugen vom Reichtum der Salzhändler. Im Handel um das begehrte Produkt musste der Freisinger Bischof einen herben Verlust einstecken als ihm der Welfenherzog Heinrich quasi über Nacht die Freisinger Isarbrücke abreißen ließ. Ein paar Kilometer weiter südlich ließ Heinrich die Brücke unter Duldung des fürstlichen Landesherren wieder errichten. Dafür wurde der „Stapelzwang“ eingeführt von dem auch der Landesherr tüchtig profitierte. Man könnte gar meinen spätere Landesväter möge dererlei Handeln als Vorbild gedient haben. München nahm mit dem „Stapelzwang“ eine Monopolstellung ein, denn Salz aus Hallein und Berchtesgaden durfte nur über die Isar in den Handel gebracht werden. Der Münchner Ratsherr Heinrich Barth ließ bereits 1492 die Kesselbergstraße für den Handel mit Venedig bauen. Ab 1505 nutzte Barth die Gelegenheit sein Geschäftsfeld zu erweitern und begann mit dem Erzabbau am Kesselberg. München war immer eine schöne Stadt die gleichmäßig gewachsen ist. Sie war nie ein städtebauliches Bollwerk wie Nürnberg und war nie eine reine Residenzstraße. Damit hat sich München auch aufgrund der geograhphischen Lage eine stabile Selbständigkeit über Jahrhunderte bewahrt. Handel und Gewerbe konnten einer besondere Entwicklung nehmen und bis heute ist München ein magischer Hotspot geblieben. Die frühe Entwicklung des Handels hat so allerlei Glücksritter und Bodenspekulanten angezogen. Wir konnten kürzlich ein Buch eines Grundkontors aus der Zeit um 1820 erwerben und bestauenen Eintragungen zu den Einkauf- und Wiederverkaufwerten und Beleihungswerten von Grundstücken in Bogenhausen, Haidhausen, Harlaching und der Sommerfrischeregion Ludwigshöhe im heutigen Solln. In Prozent ausgerechnet war die Preissteigerung damals deutlich höher als heute!